Montag, 30. März 2015

Der erste Halbmarathon, zwischen Trommeln, Schweiß und tauben Zehen

Jeder Läufer hat irgendwann einen Punkt erreicht, wo man sich messen möchte. Egal ob es um 5, 10 oder 21km geht. Wenn man dann eine Etappe geschafft hat möchte der sportliche Ehrgeiz in uns mehr! Schneller, weiter, anders! Ich bin zum Glück, durch meinen Wohnsitz in Berlin, in der Lage aus einer Fülle von Laufveranstaltungen zu so ziemlich jeder Zeit des Jahres auswählen zu können. Allein deshalb sollte der erste Halbmarathon (genau wie der erste 10km Lauf) unbedingt in Berlin statt finden. 
Als ich meinen ersten Halbmarathon im vergangenen Jahr laufen wollte, war ich untröstlich, als ich kurz vorher von einer Mandelentzündung dahin gerafft wurde. Auch wenn man gut trainiert hat, sollte man niemals krank oder sogar auf Antibiotika laufen! Glaubt mir, tut es einfach nicht! Also musste ich warten bis der große Berliner Halbmarathon im nächsten Jahr war. Glücklicherweise hatte ich das Glück in Bastys Kiss- FM  Laufteam aufgenommen zu werden und somit auch bei einer tollen Trainingsjourney dabei sein zu dürfen! Vielen Dank auf diesem Weg nochmals dafür.


Das Kiss FM Laufteam im Olympiastadion mit "Zecke" Neuendorf

Die Zeit bis zum 29.03. verging so unglaublich schnell. Leider bin ich sehr faul, wenn es darum geht auf ein bestimmtes Ziel hin zu trainieren...sehr faul. So kam es, dass mein letzter Lauf ca. 1,5 Monate vor dem Halbmarathon statt fand. Das wird mir nicht wieder passieren, das könnt ihr mir glauben!
Rein Outfit-technisch war ich super vorbereitet! Der Schuh stand schon vor dem letzten, verpassten Halbmarathon fest: Der Adidas Boost 2 ESM, schön stabil und tolle Federung. Das Outfit war da schon erheblich schwieriger. Warum? Darum!



Was bei einem Laufoutfit zu beachten ist:
1. kauft nichts am letzten Tag! Alles muss zur Probe gelaufen werden, denn schon kleine Reibepunkte können auf 21km zum Problem werden und euer Scheitern bedeuten. Ich weiß, dass besonders Messen kurz vor dem Halbmarathon dazu verleiten, aber da müsst ihr einfach stark sein oder schon für den nächsten Wettkampf kaufen.
2. Zieht Euch dem Wetter entsprechend an. Zu dünn an ziehen ist eher ein geringes Problem, zu warm anziehen jedoch nicht. Euch wird beim laufen soooo warm! Soll es regnen, überlegt euch ob ihr mit einer sehr dünnen Jacke laufen wollt oder nicht.
3. Zieht etwas an das passt. Klingt simpel, ist aber wichtig. Zu enge Kleidung reibt gern und kneift oder das Shirt rutscht bis zum Bauchnabel hoch. Zu große Kleidung ist weniger das Problem, obwohl es auch nicht viel zu groß sein sollte.

Hinzu kommen meine Halbmarathon Goodies, wo ich dachte alles zu brauchen, welche aber größtenteils unbenutzt in der Tasche blieben.



 1. ein Handtuch zum Schweiß abwischen danach. An mir ist jeglicher Schweiß direkt wieder getrocknet. Als ich mir kurz vor Ende über das Gesicht gefasst habe, war meine Hand weiß von all dem Salz! Also nicht so wichtig, mag bei sonnigerem Wetter wichtiger sein.
2. Taschentücher. Brauchte ich auch nicht, sollte jedoch immer dabei sein. Zum einen für die Nase und desweiteren, wenn man doch mal Pipi muss, da die Dixis sicherlich nicht bis zum Schluss gut ausgestattet waren.
3. Kopfhörer. Die einen können nicht ohne, aber ich wollte lieber die Geräusche um mich herum hören und habe die Dinger natürlich trotzdem mit geschleppt.
4. Soventol. Soventol ist eine großartige Wund- und Heilsalbe die über die betroffenen Stellen einen gelartigen Schutzfilm legt (besonders gut bei aufgeriebenen Stellen!)
5. Traubenzucker. Mir hat er sehr geholfen. Bei Kilometer 10 gab es ein Zuckerstück als kleinen Energieschub.
6. Chip. Für Leute, die häufiger offizielle Läufe machen, ist ein eigener Chip super. Dieser kostet meist zwischen 20- 30€. Die Ausleihgebühr liegt gern mal bei 8€, sodass sich ein eigener Chip schon bei vier Läufen lohnt.
7. Kompressionsstrümpfe. Haben mir persönlich sehr geholfen! Ich habe sonst schnell schwere Beine, die sich dann kaum noch heben und senken wollen, was bei dem Laufen mit diesen Strümpfen nicht der Fall war.

Jetzt aber genug Vorgeplapper und endlich zum Wichtigen: dem Halbmarathon!


Sneaker- Circle as always

Die muntere Crew aus Startblock F
In der Startaufstellung stand ich mit einigen Team Mitgliedern von Kiss FM zusammen, die ebenfalls das erste mal die 21km bezwingen wollten. Die Aufregung war unglaublich, besonders als der vordere Startblock schon los lief und wir noch stehen und warten mussten. Als ich dann doch endlich zur Startlinie vortraben durfte, war ich heiß darauf endlich los zu legen. Dann ging alles ganz schnell. 

Auf einmal waren wir auf der Strecke und die liebe Cathi aus der Laufgruppe und ich hatten flink ein gutes Wohlfühltempo. Vorbei an allerlei jubelnden Schaulustigen ging es Richtung Brandenburger Tor und dann durch den Tiergarten. 



Die Stimmung war trotz des bedeckten Himmels sehr gut, sodass die ersten 7 km,begleitet von unzähligen Trommelgruppen, nur so dahin flogen.  Dort merkte ich so langsam "Also irgendwas wird nachher verdammt weh tun an meinem Fuß." Das Tempo konnten wir jedoch immer noch gut halten und konnten es bis zum 10. Kilometer, vorbei an lieben Freunden und dem Schloss Charlottenburg voraus, gut halten. Ab da ging es leider mit meiner Leistung konstant bergab. Auf dem Kurfürstendamm hatte ich noch relativ gut Power, weil auch da im Laufen liebe Freunde umarmt, geknutscht und gegrüßt wurden. Das ist doch einfach das aller schönste an einem Lauf in der Heimat und gibt unglaublich viel Kraft. 



Ab Kilometer 15 war für mich erst einmal Schluss mit der guten Laune. Vielleicht war es nur psychisch bedingt, weil ich bisher nie weiter als 15km gelaufen bin, aber ich konnte kaum noch einen Schritt gehen und es fühlte sich an, als würde ich auf den blanken Knochen laufen. Das Abrollen über die Zehen war mit jedem einzelnen Schritt eine Qual. Hinzu kam, dass ich kaum ein und aus atmen konnte, da meine Bauchmuskeln gefühlt ein einziger Klops waren. Da halfen auch eine halbe Banane und süßer Tee nicht drüber hinweg. Also: ab jetzt wurde gegangen. Ich musste meine Füße unbedingt anders belasten. So spazierte ich dann weiter bis etwa Kilometer 17, wo ich dann wieder Orientierung hatte und wusste, wo ich bin und mich an die Sehenswürdigkeiten heran ziehen konnte. Meine Wunschzeit von 2:30, die bis dahin sehr realistisch war, konnte ich trotzdem vergessen. Ab Kilometer 19 ging es mir wieder richtig gut und ich merkte, dass ich die Füße auch anders belaste, wenn ich schneller laufe, größere Schritte mache und über die Hacke auf den Mittelfuß abrolle (sonst komme ich immer auf dem Mittelfuß an und rolle über die Zehen ab, aua, aua). Ab der 20km Marke habe ich meiner Mama und meiner süßen Zuckermaus Lauri (die gute hat mich an drei verschiedenen Punkten abgefangen und angefeuert und meinem Freund, der leider arbeiten musste, meine Verfassung mitgeteilt) geschrieben, dass ich bald da bin. Ab da ging dann wieder alles sehr flott. Den Fernsehturm im Blick, der mich wie magisch anzog und mir Kraft gab, ging es nur noch gerade aus bis es kurz vor dem Ziel noch eine letzte Rechtskurve gab, wo mich die ersten Regentropfen trafen, die für den gesamten Vormittag vorausgesagt wurden. Noch ein letztes mal die Stimmung genießen, noch einmal den anfeuernden Rufen lauschen und dann war es vorbei. Medaille und Bier holen, Mama und Lauri ganz fest drücken und dabei fast vor Glück und Erschöpfung anfangen zu weinen war irgendwie alles gleichzeitig. Ich hatte es tatsächlich in 02:50 geschafft und bin unglaublich froh mich getraut zu haben. Also, wenn ihr auch noch überlegt; traut euch!




Donnerstag, 26. März 2015

"I am back" oder warum es manchmal wichtigeres als grüne Smoothies und Squats gibt

Hallo ihr Süßen, da bin ich wieder! 
Fast ein halbes Jahr habe ich hier nichts von mir hören lassen und ich hoffe, dass ihr mich trotzdem noch lest und nicht schon in alle Himmelsrichtungen zu einem der anderen zahlreichen und tollen Fitnessblogs verschwunden seid.

Im Oktober letzten Jahres ist einfach sehr vieles, sehr schlecht für mich gelaufen, was mein gesamtes Leben und auch meine Lebensziele vollkommen durcheinander gebracht hat. Wenn man dann nur noch traurig und niedergeschlagen und der Geist schwach ist, hat auch der Körper keine Kraft für Training und auch kaum Disziplin für gesunde Ernährung.

Wie sollte ich da als starke Person vor Euch stehen und zeigen, wie toll der Fitnesslifestyle ist, wie lecker gesundes Essen, wenn ich doch in Wirklichkeit mit Chips und Schoki auf der Couch lag und mich selbst bemitleidete? Dieser Zeit habe ich auch sicherlich ein paar neue Röllchen zu verdanken. Aber das ist ok. Es gibt Zeiten, in denen es um wichtigere Sachen als grüne Smoothies und Squats geht. Ich empfand es einfach nicht als aufrichtig und ehrlich Euch gegenüber und habe mich daher dafür entschieden mich zurück zu ziehen und erst mein richtiges Leben wieder in die Bahnen zu bringen und mich erst dann wieder um mein virtuelles Leben zu kümmern.



In den letzten zwei Monaten habe ich gemerkt, wie sehr mir der Sport fehlt und dass dieser auch ein Teil von mir geworden ist. Um glücklich zu sein, muss ich mich einfach auspowern, schwitzen und Muskelkater haben. Auch das gesunde Essen ist wieder vollkommen in meinem Leben angekommen (zum Glück!!) und ich fühle mich wieder sehr gut.

Um gleich wieder vollkommen mit Euch durch zu starten, wartet ein spannendes Projekt auf uns! Am 01.04.2015 geht es los, also seid gespannt.



Beste Grüße

Eure Adrienne